Alles war bereit, wir hatten gepackt, uns unter Tränen (vor allem Sarah) verabschiedet, die Fahrräder standen auf dem Gehsteig voll beladen bereit. Dann habe ich bemerkte, dass die Räder noch etwas Luft benötigen. Ich begann zu pumpen, ein Ventil hat das nicht ausgehalten und ich musste das Rad schon vor dem Start reparieren. Dann ging es aber los, Quer durch Istanbul, durch den tödlichen Verkehr, über den Bosporus nach Asien. Wir müssen uns, nach so langer Pause, zuerst wieder ans Radfahren gewöhnen.
Bericht von Joel 6.8.
Bericht von Sarah 7.8.
Die Hügel werden nicht weniger, die Hitze nicht kühler und der Gegenwind lässt auch nicht nach. Für mich war dieser Tag kräftezerrend und dadurch nahezu freudlos.
Bericht von Sarah 8.8.
Heute haben wir eine etwas längere Mittagspause am Schwarzen Meer verbracht. Da kam für kurze Zeit etwas Ferienstimmung auf.
Wir machen uns jedoch Gedanken, wie unsere Reise weiter verlaufen soll. Ich weiss nur eines, so kann sie nicht weiter gehen, denn die Hügel bringen mich sonst um. Im Ernst, mein Körper und meine Psyche machen diese Strapazen nicht länger mit. Und ich glaube nicht, dass Joel mir weiterhin mein Fahrrad den Hügel hinauf fahren will. Oft ist er mir entgegen gelaufen und hat mir das letzte Stück mein Rad hoch gefahren.
Bericht von Sarah 9.8.
Auch Joels Brille erlitt einen Totalschaden, als wir nach einer gemütlichen Mittagspause aufbrechen wollten. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Ich entschied mich für die zweite Variante, wobei dies Joel als ein Weinen interpretierte.
Als dann am Abend auch noch unser Gaskocher den Geist aufgab, war ich fest davon überzeugt, dass alles gegen uns war und ist. Nach mühsamer Flick- und Reinigungsarbeit an unserem Kocher, hat Joel auch diesen wieder beleben können. Es ist schon super, wenn man einen Mann hat, der technisch so begabt ist.
Heute haben wir uns auf Grund der türkischen Berg- und Hügellandschaft, der Hitze, der fehlenden Kraft und der Gesundheit meinerseits und den lädierten Knien von Joel entschieden, dass wir mit dem Zug nach Istanbul zurückfahren werden. Dort werden wir schauen, wies weiter gehen soll, ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuss mit dem Rucksack.... Wir werden sehen.
Bericht von Sarah 10.8.
Nach mehreren bezwungenen Hügel musste ich eine Pause einlegen. Wir machten Halt an einem Frucht- und Gemüsestand um eine Wassermelone zu kaufen. (Es ist schon interessant, dass ich, seit wir in der Türkei sind, ein Wassermelone Fan geworden bin. Vor dieser Reise konnte ich mit diesen Früchten nichts anfangen!!! Vielleicht werde ich ja auch noch ein Kartoffelliebhaber !!! (-:) Eigentlich wollten wir die Melone mitnehmen und etwas ausserhalb essen, auf Rücksicht auf die Einheimischen, da sie zur Zeit Ramadan feiern. Keine Change, die Verkäuferin servierte uns diese Frucht aufgeschnitten auf Tellern. Sie musste erkannt haben, dass ich mit meinen Kräften zu kämpfen hatte. Nach einer Gurke brachte sie uns auch noch eine Tomate. Ich glaube, sie hatte genau so viel Freude an uns wie wir an ihr. Ein herzliches Lächeln schmückte ihr interessantes Gesicht. Schlussendlich verlangte sie 2 lt, das ist 1 Fr.! Nur zögernd nahm sie unser Trinkgeld an.
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